Während bei den Olympischen Winterspielen in Italien die Athlet*innen um Medaillen kämpften, ging es für Armwrestling-Weltmeister Matthias Schlitte ebenfalls am Wochenende um Gold. Er ging beim internationalen Turnier im polnischen Koło an den Start. Doch im Gegensatz zu den Winterolympioniken musste Schlitte zunächst einen anderen Gegner besiegen: die Waage. Das offizielle Wiegen stand am Samstag auf dem Programm. Unser VfLer nahm die erste Hürde souverän und unterbot das notwendige Gewichtslimit von 70 Kilogramm um wenige Gramm.
Die Halle füllte sich rasch, und zum Turnierstart waren über 300 Sportler aus fünf Nationen ins Zentrum Polens gereist. Bei der offiziellen Eröffnung wurde der deutsche „Hellboy“ als Ehrengast vom Bürgermeister und den Organisatoren begrüßt.
Dann wurde es sportlich. In den verschiedenen Gewichtsklassen entwickelte sich ein hochkarätiges Turnier, schließlich ging es neben den Medaillen auch um besondere Trophäen. Für die Sieger wurden knapp 30 Zentimeter hohe goldene Statuen des Club-Symbols ausgelobt – kämpferische Bären, passend zum Namen „Golden Bear Cup“.
Entsprechend motiviert startete er in den Wettkampf. Bereits in der ersten Runde setzte Schlitte ein klares Zeichen und entschied sein Auftaktduell mit einem schnellen Sieg für sich.
Im weiteren Verlauf wartete mit dem polnischen Spitzenathleten Krzysztof Hasinski ein besonders anspruchsvoller Gegner. Nach mehreren Neustarts musste das Match im sogenannten Referee’s Grip und anschließend im Kampfriemen entschieden werden. Trotz dieser für ihn ungünstigen Ausgangslage bewies unser VfLer große mentale Stärke und setzte sich auch in diesem Schlüsselduell durch.
Auch in den folgenden Begegnungen ließ unser Athlet nichts anbrennen und zog ungeschlagen ins Finale ein. Dort wartete der stark verbesserte Lokalmatador Mateusz Makurat. Im Endkampf dominierte Schlitte das Duell klar und sicherte sich souverän den Turniersieg.
Damit hieß es – wie bei den Winterspielen in Italien – auch rund 3.000 Kilometer weiter nördlich in Polen: Gold für Deutschland.
„Ich freue mich sehr über diesen Erfolg. Das neue Trainingsprogramm hat funktioniert, und die Generalprobe für die USA ist gelungen“, erklärte Schlitte nach seinem Triumph. Besonders stolz zeigte er sich auch auf die außergewöhnliche Siegertrophäe: „Die fantastische Trophäe hat am Wochenende noch die letzten Prozente aus mir herausgekitzelt. Goldene Bären kennt man sonst nur von Filmfestspielen – dieser bekommt einen Ehrenplatz“, sagte der Champion mit einem Augenzwinkern in Anlehnung an die Berlinale.
Bereits in der kommenden Woche steht für den „Hellboy“ die nächste große Herausforderung an. Bei den prestigeträchtigen Arnold Classics in Columbus (Ohio, USA) will der Deutsche an seinen Erfolg anknüpfen. Nach der Bronzemedaille im Vorjahr ist das Ziel klar definiert: erneut Edelmetall auf internationaler Bühne.
Mit dem Turniersieg in Polen reist Matthias Schlitte nun in Topform und mit viel Selbstvertrauen in die Vereinigten Staaten.
